Newfoundland & Nova Scotia

Eine Reise durch Neufundland und Neuschottland im Osten von Kanada

6. Tag: Waltour · Trinity · Root Cellar von Elliston · Dungeon · Cape Bonavista

Trinity und Cape Bonavista

Wale vor Trinity

Trinity im MorgennebelTrinity im Morgennebel

Es gilt wichtige Fragen zu klären: Kamera ja oder nein, ist der Fleece warm genug und brauche ich die Jacke nun oder nicht. Wenig später sitzen wir bei Dr. Peter Beamish im "Wohnzimmer" und er spricht abstrakt von einer Zeitverschiebung über die sich die Tiere verständigen würden. Wenn er von Frequenzverschiebung sprechen würde könnte ich es ja noch verstehen. Naja, wahrscheinlich kommt bei mir nur die Ingieneurin durch und er meint das gleiche. Zumindest kann ich mich per Email bei Problemen mit meinem nicht vorhandenen Haustier an ihn wenden. Fragen sollte man nicht stellen, denn das mag er irgendwie nicht so gern. Dafür mag er es philosophisch, was nicht gerade dazu führt, daß man ihm einfach folgen kann oder will. Trotzdem ist es ein interessanter Vortrag und um einige Erkenntnisse reicher begeben wir uns auf den zweiten Teil der Tour - Wale sehen.

Es dauert etwas bis wir uns alle in die Anzüge geworfen haben und bootsfertig sind. Ein Gruppenfoto wird gemacht und dann watscheln wir zum Steg. Dichte Nebelschwaden ziehen über das Wasser. Wie wir hier Wale finden wollen ist mir ein Rätsel. Zumindest die See ist ruhig.

Motor aus, und wir lauschen in die Stille, vielleicht hören wir etwas. Nichts. Wir fahren weiter und kommen in ein Sonnenloch. Strahlend blauer Himmel, aber keine Wale. Dafür Fischer in einer Bucht. Umringt von vielen Vögeln fischen sie hier Caplin, den Fisch, den auch einige Wale auf der Speisekarte habe. Der Meeresboden schimmert silber, alles ist voll Caplin. Ein Minke sei vorhin hier gewesen.

FinnwalFinnwal

Wir fahren weiter und vertreiben uns mit leckeren Keksen die Wartezeit. Ein erneuter Suchversuch ist erfolgreich, ein Finnwal taucht vor uns auf. Ein paar Mal pustet er Luft aus dem Blasloch, taucht ab und kommt wenig später an anderer Stelle wieder hoch.

Wir machen uns auf zu Spermy, dem Pottwal. Zum Glück scheint an seinem angestammten Platz die Sonne. Nun heißt es warten und das Wasser nach einer Fontaine absuchen. Wir dümpeln dahin und die Rechnung geht auf - Spermy taucht auf.

Ruhig, seinem Atemrhytmus folgend, schwimmt er dahin und läßt sich vom Boot nicht stören. Plötzlich bekommen wir die Nase gezeigt. Wenig später folgt wieder das ruhige Atmen zur Vorbereitung auf den tiefen Tauchgang. Alles ist zum Greifen nahe, genau neben dem Boot. Dann kommt der Buckel, die Schwanzflosse schnell hoch und versinkt senkrecht in die Tiefen des Ozeans. Vorbei. Wieder mal ein absolutes Hightlight der Reise.

Trinity

Trinity und St.Paul's Anglican ChurchTrinity und St.Paul's Anglican Church

In Trinity scheint inzwischen die Sonne und es wird auf dem Rückweg vom Hafen mächtig warm in Anzügen. Noch völlig berauscht von dem eben Erlebten machen wir uns auf Trinity zu entdecken.

Der Ort wirkt irgendwie wie ein Museumsdorf. Alle Schindelhäuser sind gut in Schuß. Wohnhäuser, Museen, Souvenirläden, Kirchen, Vorgärten, alles ist gepflegt. Der ganze Ort läd einfach zum Verweilen ein.

Wir verlassen Trinity und fahren Richtung Bonavsita. Wie immer schweift der Blick, wenn möglich, über das Meer. Es könnte ja ein Wal auftauchen oder unser erster Eisberg in Sicht kommen.

Elliston, Root Cellar Capital of the World

In Elliston ist es windig. Schon an der Durchgangsstraße werden wir auf das Highlight dieses Ortes aufmerksam gemacht. Elliston ist die Hauptstadt der Root Cellar. 132 davon soll es hier geben. Die Straßen sind sehr belebt, das Bird Island Puffin Festival findet gerade statt. Die Holzbuden erscheinen aber niemand wirklich einladen genug die Weiterreise gegen Dosenwerfen einzutauschen. Wir bleiben also vollzählig und inspizieren einen dieser Vorratskeller.

Cape Bonavista Lighthouse

Leuchtturm von Cape BonavistaLeuchtturm von Cape Bonavista

Wir sind ein bißchen spät dran als wir ans Cape Bonavista kommen. Trotzdem bleibt genügend Zeit etwas die Küste entlang zu laufen und die Felsformation mit dem etwas seltsamen Namen Dungeon zu bewundern.

Am Leuchturm angekommen locken uns wieder die Wale. Dabei macht das Museum bald zu und es ist wirklich sehenswert. Wir sind kaum weg zu bekommen, trotzdem es kräftig weht. In die andere Richtung blicken wir auf unseren ersten Eisberg, der im Gegenlicht schimmert.

Der Leuchtturm von Cape Bonavista wurde in den Zustand von 1870 zurückversetzt und ist heute ein Museum. Eine interessante Führung durch die verschiedenen Etagen und das damalige Leben als Leuchtturmwärter lebt wieder auf. Auch weil die Führer in entsprechender historischer Kleidung gekleidet sind.

Gleich hinter dem Leuchtturm nisten Papageientaucher und fliegen flatterhaft direkt über den Kopf weg. Ein Souvenirladen gibt es auch. Selbstgehäkeltes in wunderschönen Farben wird verkauft, aber auch Bücher, Postkarten und allerlei Kitsch.

Bonavista

Eisberg vor der KüsteEisberg vor der Küste

In Bonavista erwartet uns ein Nachbau der Matthews, mit der Cabot hier vorbei gesegelt sein soll. Das Schiff interessiert uns weniger, aber hier soll es die Postkarte mit den 3 Fischern geben. Und tatsächlich, die Vorräte reichen und wir können uns alle eindecken.

Auf der Weiterfahrt gibt es Eisbergstopps, ein Fuchs läuft uns vor das Auto, dann ein Schneehun und wenn es nicht schon genug wäre auch noch etwas was Ähnlichkeit mit einem Mader hat (nur einfach schnell war). Wir fahren die Küste bis Keels und von dort zurück nach Lockston Path. Ein langer Tag geht zu Ende.